o.N. (8)

Porträt Höckerschwan

Neue Optik

Das ist hier ganz technisch gemeint.
Bisher wurden die Beobachtungen in der Hauptsache mit einem Fernglas von Zeiss durchgeführt – Conquest 8 x 50. Der Erwerb war damals ein riesiger Gewinn verglichen mit dem vorherigen Glas.

Im Herbst ist ein ‚neues Beobachtungsgerät hinzugekommen: ZEISS Conquest Gavia 85 + Vario Okular 30-60x. Viel zu lange ist man mit dem Wusch nach einem Spektiv umhergelaufen – es sollte gut sein, musste aber bezahlbar bleiben. Ich glaube, das Gavia passt. Damit schauen wir nun anders in die Landschaft oder auf das Wasser.

In den vergangenen Wochen wurde mit Hilfe des Spektivs ausgiebig beobachtet. Da wir am Greifswalder Bodden einen geschützten Platz mit direktem Blick auf das Wasser haben, kann das Spektiv am Fenster auf dem Stativ stehen und lässt jederzeit den Durchblick zu.

Im Spätherbst treffen auch auf dem Bodden Wintergäste ein oder rasten Durchzügler, was für interessante Abwechslung sorgt. Insbesondere mehrere Arten der Gänsevögel geben sich hier ein Stelldichein. Bisher ließen sich Stockente, Pfeifente, Schellente, Höcker- und Singschwan, Möwe, auch das Blässhuhn zur kalten Zeit regelmäßig beobachten. Nun schauen wir aber weiter und genauer auf das Wasser hinaus und so werden Meer- und Tauchenten für uns sichtbar. Wir erfassen nun auch Reiherente, Bergente, Eisente, Mittelsäger und Haubentaucher. Und mehr noch, wir können sie nun im untereinander in der Art oder im Miteinander mit anderen Arten beobachten. Der Tauchvorgang verleiht den Vögeln Agilität, die bei den ruhigen aber oft nervösen und vorsichtigen Gründelenten eher im Streit zu sehen ist. Das Verhältnis zum großen Partner in der Ordnung – dem Schwan, ist nicht ganz unerheblich, insbesondere, wenn Schutz vor dem Seeadler gesucht wird. Hier sei auch das oft gejagte Blässhuhn erwähnt, deren Trupps bei Auftauchen des Greifvogels besonders eng zusammenrücken kann.

 

In der ersten Dezemberhälfte wurde das Wasser des Greifswalder Boddens vom Wind rausgedrückt. Dann liegen die vielen flachen dem Strand vorgelagerten Sandbänke blank, sehen diese Flächen wie ein Watt aus – man spricht wohl auch vom Windwatt – und in manchen Fällen und Bereichen reicht das einige hundert Meter weit raus. Für einige Vögel ändern sich damit auch die Nahrungsverhältnisse. Die Enten schwimmen weiter raus, die Krähen und Möwen werden hier fündig und zuweilen halten hier durchziehende Wattvögel inne. So hatten wir am ersten Dezemberwochenende einen Trupp Großer Brachvögel hier zu Besuch. Ihre große Erscheinung, ihr unaufgeregtes Stochern im Schlick und der sie begleitende warme Rufton waren schön wahrzunehmen. Mit der Rückkehr des Wassers und dem Verschwinden der Sandflächen zogen diese Vögel weiter.

Die kleine Seeschwalbe

Ausflug mit den Rädern von Freest per Fähre nach Peenemünde und dann weiter nach Karlshagen. Dort später guten Strandabschnitt mit wenigen Badegästen gefunden. Am Wasser dann auch guter Möwenbetrieb. Meine Aufmerksamkeit galt aber den Seeschwalben, welche man noch besser beim Baden im Wasser stehend beobachten konnte. Vier Zwergseeschwalben (Sternula albifrons) jagten kleine Fische. Diese sind deutlich kleiner als die Fluss-Seeschwalbe (Sterna hirundo), welche wir regelmäßig in L. beim Fischfang am Bodden beobachten können. Sehr zutraulich habe ich sie auch schon in Freest am Strand im Flachwasser gesehen.

Hier aber hatten wir die kleinere, sehr wendige, rüttelnde Zwergseeschwalbe vor uns. Da ich sie so das erste Mal bewusst sah, verfolgte ich deren Fangversuche eine ganze Weile. Da man die Seeschwalben meist fliegend zu sehen bekommt, wirkt sie immer elegant und schnittig. Die kurzen Beine, die alles etwas ungewohnt disproportioniert erscheinen lässt, nimmt man nur bei Beobachtung des Vogels auf dem Sand wahr.

Am Abend dann noch mal in die Bücher geschaut und den nachträglichen Abgleich und ergänzende Information vollzogen. Wikipedia unterschlägt ein wenig die Küstenstreifen als Lebensraum der Zwergseeschwalbe. Wogegen die Literatur diesen Bereich der See als solchen ausweist.

Am Useriner See

Mit Freunden eine Woche am Useriner See und Seen der Umgebung verbracht. Radfahren, Paddeln, Baden. Gelegentlich intensivere Beobachtungen:
Rotmilan-Paar beim Fischfang am Useriner See;
Im nahen Waldstreifen Meisen, Kleiber, Buntspecht, Mönchsgrasmücke;
Am Ferienhaus fütternde Bachstelzen und Haussperlinge; 
Am Carwitzer See Schwarzspechte bei Flügen im Revier.

o.N. (7)

Skizzen Seeschwalbe

Hinter dem Ryck

Mit L. Radausflug am Sonntagvormittag. Wir fahren nach Eldena, steigen auf den Deich, und befahren diesen wieder in Wieck Richtung Hafen Ladebow. Von hier gehts zurück nach Greifswald, zum Museumshafen. Auf halber Strecke beobachten wir über den Wiesen auffliegende Gänse und Enten, aufgeregt und laut rufend.
Wir hatten das Fernglas eingesteckt, konnten so schnell die Ursache erkennen – zwei Seeadler, die über allem segelten und wohl die Lage sondierten. Leider war die Ebene nicht einsehbar, und neben den Wiesen trennten uns Baum- und Buschreihen, die Straße und der Graben von einer besseren Beobachtungsposition. Wir wussten, dass in dieser Niederung nasse Flächen sind, vollgelaufen mit Wasser und sicher ein feiner Platz für Wasser- oder Wiesenvögel. Wir konnten bisher diese Fläche nie richtig einsehen. Wenn man vom Treidelpfad am Ryck aus herüber schaut, ist einem die Sicht durch hohes Schilf verstellt.
Also fuhren wir weiter, sahen einen weiteren, dieses Mal großen Aussichtsturm und fanden auch eine günstige Überfahrt. Ein Weg führte uns hin, wir stiegen auf, wir öffneten eine Klappe und hatten einen grandiosen Ausblick. Wir sahen nun in die Ebene, die unserer Neugier bisher immer verborgen blieb.

 

 

Mit dem Fernglas haben wir die Wiesen- und Wasserflächen abgesucht: 2 Kraniche, 2 Graureiher, 3 Silberreiher, hunderte Graugänse, viele Kiebitze, Möwen und Stockenten. Die Vögel wurden zwischendurch wiederholt vom Seeadler aufgescheucht, der gemächlich gleitend über die Wasserflächen hinwegzog – ein adultes Tier, beeindruckend groß. Bei Abfahrt sahen wir auch noch einen Rotmilan.

Dieser kurze Aufenthalt gefiel. Da freut man sich auf’s nächste Mal, dann mit Proviant, früher am Morgen und sicher bei günstigerem Licht.

Greifswalder Oie

Toller Ausflug mit G.F. und S.S. zur Insel. Morgens mit einem Fischerboot ab Freest und am späten Nachmittag zurück. Besuch der Vogelstation, Gespräche und ein Gang über die Insel. Auf der Südostseite viele Höckerschwäne vor der Insel – Mauserbesuch. Neben verschiedenen Enten auch gut junge Brandgänse zu beobachten. Gang führte auch zum Turm, den wir hinaufsteigen konnten. Im Dunst war auch Greifswald zu sehen.
Beeindruckend hier: das Betrachten der Mehlschwalben und Mauersegler von oben. Da sie unterhalb der umlaufenden Plattform gebaut hatten, war man ihnen sehr nah, wenn sie die Nester anflogen.

Kurz vor Abfahrt wurde unserer Begleiterin S.K., der Leiterin der Station, eine erschöpfte Jungmöwe übergeben. Unsere Bootsführer hatten diese aus dem Wasser gezogen. Gemeinsam wurde die Möwe mit kleinen Fischen gefüttert. Erstaunlich wie sicher und vorsichtig mit dem Tier dabei umgegangen wurde. Jeder Griff schien zu sitzen. Einer der beiden Fischer hatte übrigens am Morgen einen Graupapagei (Psittacus erithacus) mit an Bord genommen – dieser saß ihm dabei nicht auf der Schulter.

o.N. (6)

Mönchsgrasmücke (w.)